Knüpftechnik – Kunst und Handwerk.

Ganz am Anfang steht zunächst der hölzerne Knüpfrahmen: Ohne die Erstellung eines geeigneten Knüpfrahmens, auch Knüpfstuhl oder Knüpfbaum genannt, kann das Knüpfen erst gar nicht beginnen. Die Knüpfrahmen bestehen aus dem oberen Querbaum, dem Kettbaum und dem unteren Quer- oder Zeugbaum, die untereinander mit vertikalen Stützen verbunden sind. Das eigentliche Webfach wird durch zwei Querstäbe gebildet, die zum Nachstellen beweglich angebracht werden.

Der Knüpfrahmen kann aufrecht stehend, alternativ auf dem Boden liegend verwendet werden. Seine Breite muss dabei der Dimension des entstehenden Teppichs entsprechen, die Höhe des Rahmens ist dagegen von den Teppichmassen weniger abhängig, da fertiggeknüpfte Teile peu à peu auf den Zeugbaum aufgewickelt werden können.

Als Material für die Kettfäden wird in den meisten Fällen Baumwolle, gelegentlich auch Wolle, Ziegenhaar oder Seide verwendet. Das Grundgewebe entsteht durch das Einbringen von einem oder mehreren Schussfäden nach jeder Knotenreihe. Der Flor des Teppichs wird durch das Eintragen von Knoten in Horizontalreihen zwischen die Kettfäden erzeugt. Dabei handelt es sich jedoch weniger um Knoten, eher um festgezogene Schlingen. Die Knoten werden in der Regel um zwei, in Ausnahmefällen aber auch um vier Kettfäden geknüpft. Am häufigsten werden dabei der sogenannte Persische (auch Sennehknoten, asymmetrischer Knoten) oder der Türkische Knoten (auch Ghiordesknoten, symmetrischer Knoten) verwendet.

Zum Knüpfen eines Knotens wird aus einem Faden mit der Hand oder einem speziellen Instrument eine Schlinge gebildet, Überstehendes dann mit dem Messer abgeschnitten. Ist auf diese Weise eine komplette Horizontalreihe entstanden, werden die Schussfäden eingetragen. Schliesslich wird das Gewebe mit einem kammartigen Instrument festgeklopft.

Für den Flor von Teppichen verwendet man in der Regel Wolle, seltener aber auch Seide oder Ziegenhaar. Den oberen und unteren Abschluss der fertigen Knüpfarbeit bilden oft einige Reihen von fest verwebten Schussfäden (Kelim) oder ein entsprechender Sicherungsfaden. Beide Varianten haben die Aufgabe, das Ablösen der Knoten vom Gewebe zu verhindern. Durchlaufende Kettfäden werden als Fransen an den Schmalseiten sichtbar.

Die seitlichen Abschlüsse – die Schirasi – bilden die Randbefestigung an den Längsseiten der Teppiche. Sie entstehen durch das Umwickeln der Kanten mit Wolle, Seide oder Baumwolle – je nach Teppichart und Provenienz ein- oder mehrfarbig.

Als letzter Arbeitsschritt steht das Scheren und Waschen des fertigen Stückes an. Das Scheren erfolgt meist mit Florscheren von Hand, die Wäsche wird mit klarem Wasser ausgeführt, wenn es sich um eine reine Reinigungswäsche handelt. Soll der Teppich einen seidigeren Glanz und Griff erhalten, werden in neuerer Zeit auch sogenannte Antik- oder Veredelungswäschen mit Zusatz von Chemikalien durchgeführt.